Therapieangebote

In meiner logopädischen Praxis behandele ich Menschen jeden Alters, die unter Sprech-, Sprach-, Stimm- oder Schluckstörungen leiden. Diese Kommunikationsstörungen können körperliche, funktionelle oder seelische Ursachen haben.
Die Therapie beginnt immer mit einem ausführlichen Anamnesegespräch und einer Diagnostik, auf deren Grundlage die individuellen Behandlungsziele und -methoden optimal festgelegt werden können.
Die Bedürfnisse meiner kleinen und großen Klienten liegen mir sehr am Herzen. Daher biete ich innerhalb der Therapie viele Gespräche und eine ausführliche Angehörigenberatung an. Diese gibt nicht nur Informationen über den Therapieverlauf sowie die Ursachen und Auswirkungen der Störung, sondern auch Anregungen für einen konstruktiven Umgang damit und für ein eigenständiges, alltägliches Lernen.
Zunächst folgt eine kurze Darstellung der geläufigsten logopädischen Behandlungsfelder und meiner Therapieangebote. Wenn Sie Fragen allgemein zur Logopädie oder Ihrem besonderen Fall haben, berate ich Sie gerne persönlich.

Sprachstörungen

Kindliche Sprachentwicklungsstörungen

Eine Sprachentwicklungsstörung oder -verzögerung liegt vor, wenn eine oder mehrere Fähigkeiten des Spracherwerbs nicht altersgemäß entwickelt sind.
Dies kann Aussprache bzw. Lautsystem, Wortschatz, Grammatik, Schriftsprache oder Kommunikationsfähigkeit betreffen. Ein Kind hat bestimmte Laute, Wörter, grammatische Strukturen, Rechtschreibregeln oder soziale Fertigkeiten noch nicht wie Gleichaltrige erworben oder verstanden.
Fehlen ihm bestimmte Sprachlaute, verwendet es sie in falscher Wortposition oder verwechselt sie, handelt es sich um eine Dyslalie. Das Kind kann z.B. den Unterschied zwischen k und t nicht wahrnehmen und sagt zu Kaninchen „Taninchen“. Auch Sprechstörungen, bei denen nicht das Lautsystem, sondern die Lautbildung betroffen ist, gehören zu den Dyslalien.
Kennt das Kind die Bedeutung vieler Wörter noch nicht oder verwendet selber auffällig wenige, bezeichnet man dies als Lexikonstörung oder Wortschatzdefizit. Kinder, die mit zwei Jahren noch weniger als fünfzig Wörter und nur in Einzelwörtern sprechen, werden Late Talker genannt.
Nicht altersgerechte grammatische Schwierigkeiten offenbaren einen Dysgrammatismus. Das Kind ist noch nicht angemessen in der Lage, grammatische Regeln zu erfassen. Es bildet Sätze beispielsweise fehlerhaft oder zeigt Schwierigkeiten in Konjugation oder Deklination.
Ist die Schriftsprache, also Lesen und Schreiben betroffen, handelt es sich um eine Entwicklungsdyslexie oder -graphie bzw. Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS).
Wenn das Kind allgemeine kommunikative Fertigkeiten unzureichend beherrscht, z.B. keinen Blickkontakt herstellt, nicht hinhört, bestimmte Spielformen oder spezielle Gesprächsformen wie das Prinzip von Frage und Antwort nicht anwendet, hat es eine pragmatische oder Kommunikationsstörung.
Sprachentwicklungsstörungen treten isoliert oder im Rahmen anderer körperlicher, seelischer oder geistiger Beeinträchtigungen auf. Dies können u.a. Syndrome, Hirnschädigungen oder Angststörungen wie der Mutismus sein. Eine vergleichsweise häufige Ursache sind Hörstörungen – sie werden daher später noch ausführlicher beschrieben.
Die Therapie von Sprachentwicklungsverzögerungen, -störungen oder -behinderungen ist sehr unterschiedlich, je nach Art und Ausmaß der Störung. Sie ist spielerischer als die Erwachsenentherapie und dem Entwicklungsstand und der Persönlichkeit des jeweiligen Kindes angemessen. Die Aufklärung, Beratung und Einbeziehung seiner Eltern ist mir dabei besonders wichtig.

Neurologisch bedingte Sprachstörungen

Aphasie

Verschiedene neurologische Erkrankungen wie Schlaganfälle, Hirnblutungen oder Schädel-Hirn-Traumata können das zentrale Nervensystem schädigen und eine Sprachstörung hervorrufen.
Diese Sprachstörungen nach Abschluss des Spracherwerbs bezeichnet man als Aphasien. Sie finden sich -wie die meisten neurologisch bedingten Störungen – in der Regel bei Erwachsenen und nur in Einzelfällen bei Kindern. Eine Aphasie kann alle sprachlichen Bereiche betreffen: das Sprechen, z.B. die Wortfindung, das Verstehen von Sprache oder das Lesen und Schreiben.
Der Betroffene ist in seiner Kommunikation eingeschränkt, zieht sich nicht selten zurück oder wird weniger eingebunden.
Jede logopädische Behandlung zielt darauf, die Kommunikationsfähigkeit des Menschen zu verbessern. In der Aphasietherapie werden Sprache und kompensatorische Kommunikationsweisen aufgebaut, um den menschlichen Kontakt und die gesellschaftliche Teilhabe wieder zu erleichtern.

Sprechstörungen

Dysarthrie

Bestimmte neurologische Erkrankungen oder Hirnschädigungen verursachen auch Sprechstörungen. Eine solche Störung ist die Dysarthrie. Hier werden Sprechbewegungen aufgrund von Lähmungen nicht richtig ausgeführt und gesteuert. Häufig sind auch Stimme und Atmung beeinträchtigt.
In der Therapie werden Übungen zur Verbesserung der Mund- und Sprechmotorik sowie der Artikulationsgenauigkeit durchgeführt. Auch passive Methoden wie die Stimulation mit Novaphon und Eisstäbchen werden angewandt, um die Wahrnehmung im Mund- und Gesichtsraum anzuregen.
Bei Bedarf werden außerdem Übungen zur Stimmkräftigung und für eine ökonomische Atmung angeboten.

Sprechapraxie

Eine Sprechapraxie ist ebenfalls neurologisch, am häufigsten durch Schlaganfall bedingt. In der Regel tritt sie gemeinsam mit einer Aphasie auf.
Bei einer Sprechapraxie ist die Planung von Sprechbewegungen gestört, so dass Aussprache, Sprechmelodie und -rhythmus auffällig sein können. Die am Sprechvorgang beteiligten Organe selbst sind dabei nicht geschädigt.
Oft kommt es zu Sprechanstrengung und Suchbewegungen bei der Artikulation, Laute werden manchmal richtig und manchmal falsch gebildet.
Eine Sprechapraxie setzt direkt an der Aussprache, idealerweise auf Silben- und Wortebene an. Ist dies anfangs unmöglich, werden zunächst die Einzellaute erarbeitet.

Störung der Artikulation (Dyslalie)

Bei einer Artikulationsstörung werden bestimmte Laute nicht korrekt gebildet. Einzelne Laute oder ganze Lautklassen –z.B. die Zischlaute – werden fehlgebildet, ersetzt oder ausgelassen.
Eine geläufige Form der Artikulationsstörung ist die Fehlbildung der s-Laute, das sogenannte „Lispeln“.
Artikulationsstörungen können als Sprachentwicklungsverzögerung bei Kindern vorliegen, sind jedoch auch bei Erwachsenen zu finden.
In der logopädischen Behandlung werden die betroffenen Laute angebahnt und trainiert. Häufig sind dazu auch Hörübungen und mundmotorische Übungen notwendig.

Redeflussstörungen (Stottern, Poltern)

Stottern kommt bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen vor. Es ist gekennzeichnet durch unbeabsichtigtes Wiederholen oder Dehnen von Lauten und Silben. Der Stotternde bleibt inmitten der Sprechbewegung hängen, es kommt zu unfreiwilligen Pausen.
Um das Stottern zu überwinden, entwickelt der Betroffene häufig weitere nicht sprachliche Symptome wie Augenzwinkern oder Mitbewegungen von Armen bzw. Beinen. Meist verfügt er über ein großes Störungsbewusstsein. Es entsteht Sprechangst – Sprechsituationen werden vermieden.
In der Therapie geht es um die Vermittlung bestimmter Techniken, die ein flüssigeres Sprechen begünstigen und die Sprechangst mindern. Das Vermeiden bestimmter sozialer (Sprech-)Situationen wird abgebaut.
Poltern zeichnet sich durch eine hastige, überschießende Sprechweise aus. Diese ist meist undeutlich und verwaschen und beinhaltet das Auslassen, Hinzufügen, Umstellen sowie Verschmelzen von Lauten, Silben, Wörtern oder ganzer Satzteile. Polterer sind sich ihrer Störung selten bewusst und leiden nicht unmittelbar darunter. Doch ihre Kommunikation ist beeinträchtigt, weshalb eine Therapie mit Schulung der (Eigen-) Wahrnehmung Sinn macht.

Stimmstörungen (Dysphonie)

Unsere Stimme wird von verschiedenen körperlichen, gebrauchsbedingten und seelischen Faktoren beeinflusst. Hören wir beispielsweise schlecht, sind häufigem Lärm ausgesetzt oder sprechen aus anderen Gründen langfristig zu laut, kann dies zu stimmlichem Fehlgebrauch führen.
Ein Kind, das häufig schreit, oder ein Erwachsener mit Stimmbandlähmung können davon gleichermaßen betroffen sein. Der unökonomische Gebrauch der Stimme macht uns dauerhaft heiser, wir räuspern uns oft, unsere Stimme versagt manchmal ganz. Langfristig können Stimmbandknoten entstehen.
Eine Stimmstörung (Dysphonie) ist durch einen veränderten Stimmklang, eine eingeschränkte stimmliche Belastbarkeit und andere Art der Stimmerzeugung gekennzeichnet.
Die Stimmtherapie ist individuell auf Ihre Bedürfnisse und Möglichkeiten ausgerichtet. Gemeinsam entwickeln wir Konzepte für einen angemessenen Stimmgebrauch, schulen Ihre Klangwahrnehmung und führen Übungen zur stimmlichen Verbesserung durch. Auch werden Ihnen ein ökonomischer Atemgebrauch sowie eine angemessene Körperhaltung und   -spannung vermittelt.

Schluckstörungen

Myofunktionelle Störung

Sind Mund- und Gesichtsmuskulatur in ihrer Spannung und Funktion gestört, spricht man von einer myofunktionellen Störung. Wangen-, Lippen- und Zungenmuskulatur sind unausgeglichen und beim Schlucken in ihrem Zusammenspiel beeinträchtigt: Die Zunge stößt während des Schluckens gegen die Zähne.
Häufig ist dies auch beim Sprechen der Fall, so dass gleichzeitig eine Artikulationsstörung vorliegt. Diese betrifft die vorne gebildeten Laute, vor allem die Zischlaute s und sch. Durch die Vorverlagerung der Zunge kommt es oft zu Zahnfehlstellungen.
In der logopädischen Therapie erfolgt ein gezieltes Muskelfunktionstraining, um ein Muskelgleichgewicht herzustellen. So werden Voraussetzungen geschaffen, um anschließend ein korrektes Schluckmuster aufzubauen. Bei einer begleitenden Artikulationsstörung werden die fehlgebildeten Laute durch gezielte Artikulationsübungen mitberücksichtigt.
Nicht nur kleine Kinder sind von myofunktionellen Störungen betroffen, sondern auch Jugendliche und Erwachsene: In diesen Fällen bemerkt oft als erster der Kieferorthopäde die Schluckprobleme und überweist zum Logopäden.

Dysphagie

Sind eine oder mehrere beim Schlucken beteiligte Strukturen in ihrer Funktion oder deren Zusammenwirken eingeschränkt, spricht man von einer Schluckstörung (Dysphagie). Dies kann durch einen Schlaganfall, eine andere neurologische Erkrankung, eine Operation oder einen Unfall verursacht werden.
Bei einer Schluckstörung besteht die Gefahr, dass Nahrung oder Flüssigkeiten verschluckt werden und in die Atemwege eindringen (Aspiration). Eine Lungenentzündung kann die Folge sein. Anzeichen einer Dysphagie können z.B. eine gurgelnde Stimme oder unerklärliche Gewichtsabnahme sein.
In der Dysphagietherapie kommen ausgleichende Manöver während der Nahrungsaufnahme und Schluckübungen zum Einsatz. Die Sensibilität im Mundraum wird gefördert und der Betroffene hinblicklich seiner Ernährung beraten.
Bei Schluckstörungen verschreibt der Arzt oft Hausbesuche.

Hörstörungen

Hörstörungen können angeboren sein oder erst später entstehen. Grundsätzlich teilt man Schwerhörigkeit in Schallleitungsschwerhörigkeit und Schallempfindungsschwerhörigkeit ein. Bei einer Schallleitungsschwerhörigkeit sind äußeres und Mittelohr betroffen, bei einer Schallempfindungsschwerhörigkeit lnnenohr und zentrales Nervensystem.
Ohne normales Hörvermögen werden Töne nur leise oder gar nicht wahrgenommen. Manche Betroffene hören auch verzerrt, lücken- oder fehlerhaft. Insbesondere bei Umgebungsgeräuschen sind sie nicht in der Lage, Gesprächsinhalte zu erfassen. Dies stellt ein großes Problem in vielen Situationen dar und kann den Betroffenen vom sozialen Leben ausschließen.
Kinder mit Hörstörungen zeigen häufig Sprachentwicklungsstörungen. Dies können sowohl Sprech- als auch Sprachstörungen sein. Durch das eingeschränkte Hörvermögen nimmt das Kind Sprachlaute nicht oder ungenau wahr. Daher spricht es diese Laute selber undeutlich, verwaschen, falsch oder gar nicht. Auch ein eingeschränktes Sprachverständnis für Wörter oder Sätze ist bei Hörschwäche typisch. Das Kind hat schlechtere Möglichkeiten, einen altersgerechten Wortschatz aufzubauen und Sätze korrekt zu bilden.
Hörstörungen verursachen oft auch stimmliche Auffälligkeiten: So sprechen viele hörgeschädigte Menschen lauter oder mit ungewöhnlicher Sprechmelodie.
Damit eine logopädische Therapie bestmöglich wirken kann, sollten Hörstörungen zunächst medizinisch abgeklärt werden. Gegebenenfalls ist die Versorgung mit einem Hörgerät oder einem Cochlea Implant (CI) erforderlich.
In der logopädischen Therapie werden alle beeinträchtigten logopädischen Bereiche berücksichtigt. Ein besonderer Schwerpunkt bei hörbedingten Sprech-, Sprach- und Stimmstörungen liegt auf der Schulung des Gehörs bzw. einem Hörtraining.

Auditive Verarbeitungs- und/ oder Wahrnehmungsstörung (AVWS)

Ein intaktes organisches Hörvermögen ist unerlässlich für die zentralauditive Wahrnehmungsverarbeitung. Laute, Töne, Klänge und Geräusche werden aufgenommen und anschließend durch die auditive Hörverarbeitung in sinnvolle Informationen umgewandelt.
Von einer auditiven Verarbeitungsstörung spricht man dann, wenn jemand normal hören kann, aber trotzdem Schwierigkeiten hat, Hörinformationen zu verarbeiten. So können Probleme bestehen, Geräusche zu lokalisieren, zu unterscheiden oder herauszufiltern. Auch die Merkfähigkeit für Sprache, Laute und Lautfolgen ist dabei häufig eingeschränkt. Der Betroffene wirkt dadurch ablenkbar, unaufmerksam oder vergesslich.
Meist sind es Kinder, die durch auditive Wahrnehmungsstörungen auffallen, aber auch Erwachsene können darunter leiden.
Eine gründliche Diagnostik bieten Phoniater oder (Päd-)Audiologe.
In der logopädischen Therapie werden die betroffenen auditiven Wahrnehmungsleistungen gezielt gefördert. Die Beratung der Angehörigen – auch im Hinblick auf die Hörumgebung – spielt bei auditiven Wahrnehmungsstörungen oft eine besondere Rolle.
Quelle: DBL